Ein Buch, eine Ausstellung und ein schwerer Archivschrank. Geschichten über Geschichten, multimedial erzählt.

Der Wunsch, weder in einen konkreten Raum eingeschlossen, noch einer einzigen Disziplin zugeordnet zu sein, brachte mich dazu Architektur zu studieren. Paradoxerweise ist nun genau dies der Kampf mit mir selbst; mich festzulegen, einen Ort für mich zu finden: in der Profession, als Architektin. Auf der Suche nach diesem Ort stelle ich mir die Frage, was Raum eigentlich ist – über den gebauten hinaus.

Das Buch Andere Räume bedient sich der rigiden Struktur eines alphabetischen Registers um künstlerische, philosophische und andere Raumtheorien und -praktiken zu sammeln und untereinander zu vernetzen. Räume zwischen Gebautem und Ungebautem, Theorie und Praxis und zwischen Bild und Wirklichkeit sollen so erforscht werden können.

»Anna Wolf tastet sich durch einen assoziativ-lexikalischen Text-, Bild- und Klangraum, der die Grenzen zwischen den Disziplinen auslotet und uns auffordert, Räume neu und anders zu denken.«

— Gabriele Kaiser, afo Linz

 

Auf der abenteuerlichen Suche nach Raum entstand ein Archiv, das in Form einer Ausstellung präsentiert wurde. Im Ausstellungsraum überlagern sich akustische und visuelle Aufzeichnungen von Geschichten in Räumen. BesucherInnen treten in einen verdunkelten Raum und hören zuerst nur unzuordenbare Geräusche. Fährt da ein Zug ab oder rauscht das Meer? Jetzt erst entdeckt man die kleinen Lichter die zu schweben scheinen. Bei näherer Betrachtung stellen sich diese als leuchtende Gucklöcher in schwebenden Boxen heraus. Man blickt in eines und entdeckt eine illustrierte Geschichte, wobei sich diese mit den akustischen Eindrücken vermischt. Im Kopf entsteht etwas ganz Neues, zusammengesetzt aus Erinnerungen und der eigenen Phantasie.

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