Was bedeutet Bildung heute und was definiert unser Wissen? Welche Fähigkeiten brauchen wir, um uns Wissen anzueignen und welche Ressourcen hat die Stadt dafür zu bieten? Wo sind Bildungsräume außerhalb der klassischen Institutionen wie Schule oder Universität und wie müssen sich diese verändern? Wer sind die ExpertInnen und was lehrt uns die Nachbarschaft oder die Vielfalt der Stadtlandschaft? Wie können sich Bildungsräume für die Bedürfnisse des Quartiers öffnen und wie bleiben sie anpassbar für einen ständigen Entwicklungsprozess?

Unser Konzept »Bildungslandschaft Stadt« fokussiert die Stadt mit ihren vorhandenen Ressourcen, dem öffentlichen Raum, angesiedelten Institutionen und Dienstleistungen als Lernraum und untersucht mögliche Potentiale und Synergien von Bildungs- und Aneignungsprozessen. Nicht radikale Neuerfindung, sondern Neuinterpretation des bereits Existierenden ist unser architektonisches Anliegen.

Durch den raschen Wandel unserer Industriegesellschaft in eine Wissensgesellschaft kommt es besonders in der Stadt zu einer neuen Form der Bildung. Der städtische Raum und die Architektur von Bildungseinrichtungen können dafür einladende, ermutigende und inspirierende Räume schaffen.

Ausgehend von einer räumlichen und pädagogischen Veränderung durch das Konzept der »Neuen Mittelschule« (NMS) machen wir uns mit unserer Diplomarbeit auf die Suche nach neuen Orten, neuen Formen und nach einer möglichen Vernetzung vorhandener Ressourcen und Synergien im städtischen Umfeld. Es entsteht dabei eine Beziehungen zwischen Stadt und Bildung – die Bildungslandschaft Stadt. Das Ziel sollte das Entdecken, Erforschen und Aneignen von Ermög- lichungsräumen sein, die unbewusst oder noch unerkannt in der Stadtlandschaft schlummern und auf unsere Eroberung warten.

Anhand von vier unterschiedlichen städtebaulich-situierten Schul-Standorten zeigen wir eine breite Auswahl von »Ermöglichungsräumen«, die (noch) unerkannt und unbeachtet in unserer Stadtlandschaft auf ihre Eroberung warten. Jeder Ort hat verschiedene Potentiale und ermöglicht unterschiedliche Synergien.

Nachdem die Stadtlandschaft nach vorhandenen Ressourcen und möglichen Bildungsräumen erforscht wurde, haben wir aufgrund der medialen Präsenz und Aktualität Schulen mit bevorstehender Umstrukturierung zur Neuen Mittelschule als Grundlage für weiterführenden Untersuchungen gewählt. Vier Schulstandorte in vier verschiedenen Stadtteilen, in differenzierter städtebaulicher Lage, Bevölkerungsstruktur. Schwerpunktsetzung und Problemstellung dienen für die folgende Analyse und Konzeptentwicklung als Probanden unserer Idee einer »Bildungslandschaft Stadt«. Abhängig von vorhandenen Schultypologien, Umfeld, entdeckten Ressourcen, möglichen Synergien, Wünschen, Bedürfnissen und Zielen der Beteiligten werden unterschiedliche Konzepte, Visionen und Ermöglichungsräume entwickelt.

Da es zeitlich, physisch und auch mental nicht möglich war, die gesamte Stadt in diesem Maßstab zu untersuchen, war es notwendig ein Einzugsgebiet für die nächsten Erhebungen festzulegen. Nachdem in den meisten Schulen nach wie vor eine strikte Taktung der Unterrichtseinheiten praktiziert wird, war es für die Beteiligten notwendig, dass mögliche Außenstellen und »Ermöglichungsräume« auch in den Pausen erreichbar sind. Somit hat sich ausgehend von den jeweiligen Schulstandorten ein Untersu-chungsradius von fünf Gehminuten entwickelt, indem mögliche Vernetzungen von Schule und Stadtlandschaft untersucht wurden.

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