Die Wahrnehmung eines Ortes.

Wie nutze ich das Gefühl, welches ich hatte als ich durch das Dörfl in St.Johann flanierte, um diesen Ort zu stärken? Sofort sah ich das Leben, die Schafe unter den Obstbäumen, Kinder am schaukeln, Menschen sitzen beisammen und trinken Kaffe. Erst in der Ferne, mit dem analysierenden Blick von oben erkannte ich die Muster, welche diesen Ort strukturieren: Die Alleen entlang der Schotterwege, die Streuobstwiesen und die Gemüsegärten mit ihren Holzzäunen. Die Abstufung der Weghierarchien und ihre durchziehende Wirkung. Die niedrigen, langgestreckten Höfe mit ihren Beziehungen zwischen Innen und Aussen. Die Alleen und Wege werden weitergedacht und verbinden sich zu einem Netz, in dem sich die neuen Bauten wie selbstverständlich, aber stolz einfügen. Leben erwacht in den Streuobstwiesen und Gärten im Dörfl.

 

Arbeiten und Wohnen am Land.

Um Rückzug, Intimität und Ruhe zu bieten, teilen sich die einzelnen Häuser jeweils einen privateren Hof. Weiters umgibt die Häuser eine 1,5 Meter dicke Schicht, die Distanz zwischen dem offenen und fliessenden Siedlungsraum und dem privaten Wohnraum bringt.

Die primäre, tragende Struktur kann mit vielfältigen Funktionen und Wohnungstypen gefüllt werden. Pro Hof findet auch ein Gemeinschaftsbereich Platz, welcher als Gelenk zwischen Siedlung und Bewohnern gedacht ist.

 

Was wird mehr, wenn man es teilt?

Die Gärten, Obstbäume und Wiesen dieser Siedlung sind für alle Menschen offen. Vielleicht bekommt man auch einen Kaffee vor der Gemeinschaftsküche serviert, die auch für größere Feste am Platz gerüstet ist. In der Werkstatt kann man ein Fahrrad reparieren, in der Waschküche mit professionellen Maschinen waschen und die Bibliothek bietet allerhand Bücher, welche man sich vielleicht nicht selbst gegönnt hätte.

Schnitt Ansicht Grundriss