Großsteinbach ist eine Gemeinde im schönen Feistritztal. Durch den “Steinbach”, welcher auch Namensgebend für den Ort war  und durch den Ort fließt, erhielt die Gemeinde  ihren Namen. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von 855 ha und beheimatet ca. 540 EinwohnerInnen. Die Großsteinbacher Chronik beschreibt das Haus Bleikolb, welches von mir behandelt wird wie folgt:

 

“Eines der markantesten Gebäude des Großsteinbachers Dorfzentrum stellt das Haus Bleikold dar. Einiges deutet darauf hin, daß es vor rund zweihundert Jahren in seinem heutige Umfang errichtet wurde. Mit seinem wuchtigen Baustil, den Gesimsen und Stuckverzierungen ist es nach wie vor ein bauliches Kleinod des Ortes.”

 

Ein perfektes Beispiel für eine Weiternutzung und Stärkung eines Gebäudes im Ortszentrum ist für mich das Haus Bleikolb. Ein Haus der Begegnung. Es vereint Gasthaus und Wohnhaus mit einem angeschlossenem Wirtschaftstrakt. Ein dominantes Haupthaus mit angeschlossen Erweiterungen bietet auf rund 2000m2 Potential zu einer Verdichtung für Wohnen im Ortszentrum. Ich möchte mir diese Fläche und den Raum nutzten um sie neu zu definieren und um sie wieder mit Leben zu befüllen.  Es soll ein Gasthaus und ein Wohnort bleiben, den Bestand  soweit wie möglich nutzen und sein Potenzial für Dichte(oder die wirtschaftliche Wiedernutzung) gestärkt werden. Es wird definiert wo es private und gemeinschaftliche Räume gibt.

 

Dem Gasthaus steht das Erdgeschoss im Haupthaus zur Verfügung, wie auch ein gemeinschaftlich genutzter Innenhof. Es gibt drei unterschiedliche “Raumatmosphären”, eine offene Küche mit angeschlossener Stub´n, einen ruhigen und größeren Bereich gemeinsame Feste und eine angeschlossene Terrasse im Innenhof.

 

Die gemeinschaftlichen Bereiche sind zum einen für BesucherInnen des Hauses (Gasthaus, OrtsbewohnerInnen,..) und zum anderen bei Bedarf auch für die HausbewohnerInnen. Sie befinden sich im rechten des Bereich des ehemaligen Wirtschaftstraktes (um den Gemeindeplatz mit einzubeziehen), im Innenhof sowie als Verbindungsglied zwischen Haupthaus und Wirtschaftstrakt im dritten Geschoss. Es handelt sich hier um Freibereiche, gedeckte Freibereiche und Nutzungen vorhandener Räumlichkeiten.

 

Das Wohnen findet im linken Wirtschaftstrakt und im gesamten Obergeschoss der Gebäude statt. Diese Räume sind der Filter zwischen Innenraum (Innenhof) und Aussenraum (Umgebung). Sie orientieren sich mit ihren Öffnungen in den Aussenraum. Das dritte Obergeschoss wird bei dieser Idee anstatt eines konventionellen Daches ebenfalls mit einer Wohnebene befüllt. Ein leichter Holzbau setzt sich als eigenständiges Element auf den Bestand und tritt mit einem Respektabstand dem Haupthaus gegenüber. Hier gibt es eine gemeinschaftliche Terrasse die das Haupthaus mit dem Wirtschaftstrakt verbindet. All diese “Räume” in dem Haus haben unterschiedliche Qualitäten und Potentiale und sollen einen “guten Ort zum wohnen” ermöglichen.

 

“Nicht um das Objekt geht es zuerst, sondern um die Frage: Was kann, was soll sich an diesem Ort ereignen?” Gion A. Caminada

 

 

Obergeschoß

Erdgeschoß

Schema_Gasthaus Bleikolb