Die Wieder-Integration von sozial bzw. psychologisch aus dem Lot geratenen jungen Menschen stellt den politisch-engagierten Hintergrund dieses Projektes dar, das sehr offensiv mit den Zukunftsfragen des Hofes umgeht. Der Verfasser schlägt beispielhaft eine um Tenne, Scheune und Stall erweiterte Bauernhofwirtschaft mit Viehhaltung, Hofladen sowie Milch-, Gemüse- und Obstveredelung vor, die gleichsam als »Therapieform« dazu dient, Menschen wieder Sinn und Orientierung zu geben.

Während für die Hoffamilie das Bestandswohnhaus aus den 70er Jahren freigestellt und adaptiert wird, leitet eine zweite neue Familie den landwirtschaftlichen Betrieb vom alten Wohnhaus des Vierkanters aus. Die Jugendlichen finden sich in kleinen Wohngruppen zu dritt im Obergeschoss des Hofes wieder mit den gemeinsamen zentralen Funktionen Kochen, Essen und Chillen im südlichen Großraum der alten Scheune. Im Erdgeschoss wird der alte Stall wird zum Hofladen und Scheune wie Tenne dienen der Veredelung der landwirtschaftlichen Produkte (Milch, Gemüse, Obst).

Mit den Abbrüchen (Nordwestecke des Vierkanters und des Verbindungsbauwerk) und den Neubauten (Kuh-, Schaf- und Pferdestall, Tenne, Werkstatt, Scheue) gelingt ein räumliches Gefüge, das in mehrerer Hinsicht besticht: es entstehen zum einen Außenräume, die hohe Lesbarkeit (Zufahrtssituation), Nutzbarkeit (Zwischenräume der Neubauten) und Aufenthaltsqualität (Vorplatz zur alten Scheune) besitzen. Die hochwertige Verschränkung von funktionellen Erfordernissen und räumlichen Selbstverständlichkeiten stellt für sich eine »Veredelung« des alten Gehöfts dar.

Integration, Paul Hubert Carl Jungwirth

Querschnitt Hof

Integration, Paul Hubert Carl Jungwirth

Erdgeschoss

Längsschnitt Hof

Integration, Paul Hubert Carl Jungwirth

Ansicht Ost