Abstract
Hallstatt, ein Ort im inneren Salzkammergut, durchlebte in seiner mehrtausendjährigen Geschichte zahlreiche Veränderungen. Auch derzeit steht die Gemeinde durch den anhaltenden Bevölkerungsrückgang vor neuen Fragestellungen. Wie wird sich der Ort in den kommenden Jahren entwickeln? Kann der Abwanderung entgegengewirkt werden? Und wie kann der Wandel vom Denkmal zur Tourismusgemeinde gelingen? Ein derzeit laufender Architekturwettbewerb rund um das Amtshaus im Ortsteil Lahn setzt bei diesen Fragestellungen ein. Das denkmalgeschützte Gebäude soll Teil eines neuen Fünf-Sterne-Betriebes werden und somit die Region auch langfristig beleben. Der Umgang mit dem Bestandsgebäude, der Erweiterung, sowie dessen Einbettung in die Umgebung stellen den besonderen Reiz dieser Aufgabe dar. Der Entwurf ergänzt den historischen Bestand um einen präzise gesetzten Neubau und entwickelt ihn somit zum Ruhepol am Fuße des Dachsteinmassivs.

Konzept
Basis für den Entwurf sind die in den Ausschreibungsunterlagen formulierten Aufgabenstellungen. Das geforderte Raumprogramm wurde übernommen und in einigen Punkten, wie etwa der Vielfalt an Gästezimmern, ergänzt. In der Aufgabenstellung wird der Bestand um ein Vielfaches erweitert. Die Positionierung und Gestaltung des Neubaus, vor allem in Bezug auf den denkmalgeschützten Bestand, zählten zu den größten Herausforderungen im Entwurfsprozess.

Organisation
Funktionen wie Rezeption, Gastronomie und Suiten machen das Amtsgebäude zum Dreh- und Angelpunkt der Anlage. Durch die Positionierung des Restaurants im Bestand, wird das Gebäude auch öffentlich zugänglich und somit für ein größeres Publikum erlebbar. Gästezimmer, Premium-Suiten sowie der Freizeitbereich werden durch einen Neubau ergänzt. Formfindung Die erstellte Modellstudie (vgl. Folgeseiten) zeigte sehr deutlich dass die derzeit bestehende Ansicht des Bestandes im Grünraum nur durch ein Abrücken der neu zu errichtenden Baumasse erhalten werden kann. Die Konzept entstandenen Türme bewahren die Präsenz des Amtshauses und bilden in Kombination mit dem Vorhandenen ein neues Ensemble. Durch die Teilung des Baukörpers in zwei Türme werden Größe und Proportion weiter verfeinert. Die Drehung und Positionierung der Türme orientiert sich an den vorhandenen Ausblicken. Durch die Ausrichtung der Türme sowie die Transparenz der dazwischen liegenden Erschließung, wird der Bezug zur Landschaft omnipräsent. Ein weiterer Neubau verbindet die Türme mit dem vorhandenen Bestand. Das im Hang liegende Volumen folgt bestehenden Höhenschichtlinien und tritt dadurch bewusst in den Hintergrund.

Beziehung
Der Empfangsbereich im historischen Gebäude ermöglicht, durch seine Öffnung zum See, einen ersten Ausblick in die Landschaft. Dieser starke Außenraumbezug ist Teil des Konzeptes und setzt sich über die innere Wegführung und an dem breiten Angebot an Freiräumen fort. Durch die Vernetzung des Hotels mit der umliegenden Landschaft entstehen unterschiedlichste Atmosphären im Außenraum, von der Frühstücksterrasse über den im Zentrum liegenden Ruhebereich bis zum westseitigen Sonnenplatz.

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Foto Bestand

Foto Bestand

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Modellstudien

Konzept

Konzept

Lageplan

Lageplan

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Grundriss 1. OG

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Grundriss 2. OG

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Grundriss 1. DG

Schnitt

Schnitt

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