IPHIKO heißt „Flügel“ und ist der erste Bauabschnitt der ITHUBA Primary School, bestehend aus zwei Grundschulklassen, einer Küche, einer Werkstatt, Toiletten und einem geschützten Garten für die jüngsten Schulkinder. Die großen überdachten Freiflächen schützen vor den kräftigen Regenfällen und der intensiven Sonnenstrahlung dieser Region und bieten Platz für Freiluftunterricht und Pausenzeiten.

Die Klassenzimmer wurden nach reformpädagogischen Grundsätzen geplant. Sie bieten sowohl Rückzugs-, und Ruhezonen für Kleingruppen zum Vorlesen und Basteln sowie natürlich auch Raum, um eine ganze Klasse unterrichten zu können. Auf den Bezug ins Freie sowie auf Lern- und Spielbereiche in überdachten Bereichen wurde besonders viel Wert gelegt.

Wie auch in den vorhergehenden Projekten war auch bei diesem Projekt die Bauweise Lehm und die solare Ausrichtung der Gebäude ein inhaltlicher Schwerpunkt des Projektes. Die Grundmaterialien Lehm und Strohgräser sind in der Steppenlandschaft rund um Johannesburg im Übermaß vorhanden. Dadurch hat sich die Leichtlehmbauweise als besonders authentisch und ökologisch etabliert.

Die Konstruktion ist denkbar einfach. Schlanke Stahlbetonstützen bieten ein statisches Gerüst, dass mit leicht verdichtetem Strohlehm aufgefüllt wird. Das Strohlehmgemisch, wird dabei zwischen Schalungswände gestampft, verdichtet und nach der Austrocknung verputzt. Es entstehen 30cm starke, isolierende Außenwände. Eine schlanke Stahlkonstruktion hebt das Dach von der thermischen Haut und ermöglicht durch Hinterlüftung den im Sommer wichtigen Überhitzungsschutz. Im Winter hingegen bedeuten große Fensterflächen solare Gewinne. Die Decke der Klassenräume ist zusätzlich gedämmt.

Aufgrund der schlechten Erfahrungen bezüglich der Qualität und Herkunft von Holz in Südafrika wird bei IPHIKO das Dach von einem materialsparenden Eisenfachwerk getragen. Die vor Ort geschweißten Fachwerkträger, lassen die Dächer weit auskragen, schützen die Strohlehmbauteile vor Niederschlägen und lassen die Anlage leicht und schwebend erscheinen, wie IPHIKO – Flügel.

Für Eisenprofile ist Südafrika eines der ersten Herkunftsländer, ebenso sind Stroh, Gras und Lehm in der unmittelbaren Umgebung in reicher Fülle vorhanden. So ist diese Bauweise leicht übertragbar auch auf kleiner Gebäude bzw. Wohnbauten. Ein Gegenmodell für Locals zu den meist (fragwürdigen) westlichen Leitbildern.

 

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Konzeptskizze

Konzeptskizze

Ansicht West

Ansicht West

Ansicht Süd

Ansicht Süd

Ansicht Nord

Ansicht Nord

Detailschnitt Fassade

Detailschnitt Fassade

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Foto © Leon Krige

Fotos © Leon Krige

Foto © Leon Krige

Fotos © Sebastian Vilanek

Foto © Sebastian Vilanek

Fotos © Corinna König

Foto © Corinna König

Fotos © Corinna König

Foto © Corinna König