Aussicht und Ruhe sind die zentralen Themen dieses Kapellenentwurfes. Ein runder Innenraum und ein gelenkter Ausblick sollen einen unvergesslichen Ort der Einkehr schaffen.

 

Auch dieses Projekt wählt den Nordhang des Schlossberges als Bauplatz aus: »Am Schnittpunkt zweier Wegverbindungen und durch einen herrlichen Blick in den Linzer Norden stellt die Plattform einen besonderen Aufenthaltsort dar. Zwei Bereiche mit unterschiedlichen Qualitäten zeichnen die Plattform aus: Aussicht und Ruhe.« Der Verfasser wählt die westliche Bucht als Bauplatz und bietet mit der Ostfassade der Kapelle der verbleibenden freien Aussichtsplattform Halt und Sitzplatz.

Die polygonale Form »… der Kapelle wächst aus den bestehenden Gegebenheiten heraus. Dabei werden die Natursteinmauer und der vorhandene Höhensprung aufgenommen und in den Grundriss übertragen.« Der Verfasser steigert das formale Spiel, indem er in die tiefe Steinwand Sitzmöglichkeiten mit flachen dreieckigen Grundrisszuschnitten einschreibt. Die Kapelle reflektiert in ihrer bewegten Fassadengeometrie den spektakulären Ort.

»Der Innenraum soll zu einer anderen Welt werden – rund im Gegensatz zur polygonalen Außenform. Die Sitzbank integriert sich dabei genauso in den Baukörper, wie sie es auch im Außenbereich tut. Der Ausblick wird gezielt gelenkt. Ein schmales Fensterband in Sitzhöhe erlaubt den Blick in die Natur.« Beherrscht wird der Raum durch einen Felsen, der in der Mitte Blicke von stillen Menschen auf sich ziehen kann und bei Regen durch das im Zentrum offene Dach zum akustischen Ereignis wird. Die unterhalb der Mauerkrone eingehängte Betondachplatte lässt das Licht neben der Mitte auch seitlich entlang der Steinwände streifen.

 

Andreas Moser, Besinnung