Schutzhaus in den Stubaier Alpen

In den Stubaier Alpen wird für die desolate Tribulaunhütte auf 2046m ein Ersatzbau geplant. Die hohe Lawinengefahr an diesem Standort, die komplexe topographische Situation und die Insellage verlangen nach intelligenten Lösungen. An einen Betonsockel, welcher die Hütte im Gelände verankert und in seiner Form der Topographie folgt, dockt eine Holzbox in Leichtbauweise an, welche über dem Gelände schwebt. Eine aufgeständerte Terrasse wird davorgestellt. Um die Hütte winterfest zu machen, klappt die Terrasse hoch und passt sich genau in den Fassadenrücksprung ein. So entsteht eine kompakte Schachtel, die der Lawine keinen Widerstand leistet.

Funktionelle Grundrisse und Energieautarkie sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Gemütliche Räume, welche den Ausblick in die Landschaft inszenieren, laden die Gäste zum Verweilen und Wiederkehren ein.

Auf 2046m Höhe, unter dem imposanten Gschnitzer Tribulaun, soll ein Neubau die Hütte der Naturfreunden Innsbruck, welche in äußerst schlechtem Zustand ist ersetzen.

Nachdem an diesem Standort 1935 und 1975 bereits zwei Hütten, welche an der Geländekante standen von Lawinen zerstört worden waren, wurde 1979 mit wenigen finanziellen Mitteln ein Stahlskelettbau mit Holzverkleidung errichtet. Die Hütte wurde am Grundstück etwas weiter hinten, direkt unter einem kleinen Hügel errichtet, welcher nun seit 30 Jahren erfolgreich die Hütte vor Lawinen schützt. Die für eine Berghütte aus dieser Zeit ungewöhnliche Erscheinung und das Flachdach, sorgten in diversen Hüttenführern immer wieder für Verwunderung. Nachdem seit 30 Jahren an der Hütte keine größeren Umbauten oder Sanierungen durchgeführt wurden, ist sie heute in dementsprechend schlechtem Zustand und entspricht nicht mehr den Anforderungen.

Die Hütte steht auf einem Nordhang. Wegen der enormen Lawinengefahr im Winter, muss die Hütte gegen den Schutzhügel geduckt sein. Extremitäten (Auf- und Anbauten) sind gefährdet von der Lawine weggerissen zu werden.

Diese Position bedeutet reduzierte solare Einträge über die Fassade. Die steile Sonne in den Sommermonaten trifft aber den ganzen Tag über die horizontale Dachfläche. Deshalb kommt auf dem Dach eine sogenannte Photovoltaik-Solar-Dachbahn zum Einsatz.

Der Neubau nimmt die Achsen des Geländes auf und fügt sich in die Landschaft ein. Ein Betonsockel sorgt für die notwendige Verankerung im Gelände. Der Holzleichtbau dockt an den Betonsockel an und »schwebt« über dem Gelände.

Die vorgelagerte Terrassenkonstruktion (Holzrost auf Stahlträger aufgeständert) ermöglicht Aussicht in alle Richtungen und kann im Winter »eingeklappt«  werden um Schutz zu bieten. Da die Konstruktion bündig in der Fassade sitzt findet die Lawine keinen Angriffspunkt. Die Form des Geländes wird zur Erschließung genützt, der Zugang erfolgt über die Terrasse.

Cornelia Reithofer _ Grundriss (2) Cornelia Reithofer _ Grundriss (1) Cornelia Reithofer _ Grundriss (4) Cornelia Reithofer _ Grundriss (3) Cornelia Reithofer (19) Cornelia Reithofer (18)