Der Ortsteil Pulgarn und seine Bewohner besitzen durch sein Kloster eine eigene Dynamik. Pulgarn, ein ländlicher Ortsteil von Steyregg, einer Stadtgemeinde im Unteren Mühlviertel und direkter Nachbar der im Süden liegenden Landeshauptstadt Linz, liegt etwa 3 Kilometer östlich des Steyregger Stadtkerns und versprüht durch die nachbarschaftlich herzliche Struktur der Pulgarner eine ländliche Idylle. Zu dieser Idylle trägt auch der sich am Ende der Siedlung befindende aufgelassene Klosterweiler bei, der sich im Besitz des Stifts Sankt Florian befindet und seit Jahrzehnten stumm und heimlich dem Verfall ausgeliefert ist. Die Pulgarner fühlen sich tief mit dem baufälligen Ensemble verbunden, nimmt es doch den Platz des fehlenden Ortsmittelpunkts ein. Studien zur Revitalisierung des Klosters zu einem Forschungsmittelpunkt mit Wohneinheiten, die sich in der gewachsenen, von Einfamilienhäusern dominierten Siedlung verteilen, brachten viele Ortsbewohner in Rage und auf die Straße. Das vorgeschlagene städtebauliche Konzept erschien den Pulgarnern zu groß dimensioniert, zu unsensibel im Vergleich zur bestehenden baulichen Struktur der Siedlung und zu wenig respektvoll dem Klosterensemble gegenüber.

Die Masterarbeit zeigt großes Augenmerk für die sensible Revitalisierung der Bebauung mit einer feinfühligen Erweiterung des Bestands, die sich in Maßen hält und sich ohne laute Gesten in die existierende Struktur eingliedert. Bestehende Höfe und der sich zurücknehmende Obstgarten erfahren ein Aufleben durch die Wiederbelebung der alten Gemäuer. Die Siedlungsbewohner werden in das Kloster eingebunden und es entsteht nicht nur Wohn- und Arbeitsraum, sondern ein farbenfroher und lebendiger Ortsmittelpunkt.

 

GR Erdgeschoß

GR Erdgeschoß

Schnittansicht Ost

Schnittansicht Ost

Schnittansicht Süd

Schnittansicht Süd

Perspektive

Perspektive