Dieses Projekt baut jedes einzelne Haus in Kühnes Wohnsiedlung um 50% weiter. Die Zubauten nehmen den geometrischen Code der Bestandsbauten auf und erweitern diese entweder zu einer L-Form oder einer I-Form. Im Layout vermag dieses Projekt die Siedlung neu zu programmieren, was die Verfasserin mit ihrer völlig neuen und in der Form freien Wegführung noch zu unterstreichen scheint. Dieses Umschreiben lässt sich im Raum allerdings nicht wiederfinden. Zu stark sind die unterschiedlichen Baukörper differenziert.

Die architektonische Eigenständigkeit der Neubauten lässt sich durch die Materialwahl, die verschiedene Bauhöhe, das Schweben des Baukörpers und die Ausbildung einer Fuge zum Altbau umreißen. Die Fuge mit einem Maß von zwei Metern hilft, dem Bestandsdach den nötigen Respekt zu zollen. Damit wird hier ein Zwischenraum aufgespannt, der für das Wohnen ein gut zu nutzender Außenraum ist (Terrasse). Logischerweise sind die Zubauten als zweiseitig vollverglaste Kuben entwickelt, die sich einerseits zum Altbau und den neuen Außenräumen hin und andererseits zum Park der Gesamtanlage hin orientieren.

Die Grundriss bestechen einerseits durch eine konsequente Akzeptanz der den Bauten eingeschriebenen Größenordnungen von 50 bzw. 100m², und andererseits durch eine enorme räumliche Großzügigkeit. Sogar die kleinste Wohnung erfährt durch die Möglichkeit des Rundum-Gehens ein Flair eines Lofts. Die Zuordnung der Bereiche Eingang, Kochen, Sanitär, Intimbereich, Öffentlicher Bereich ist ideal choreografiert und erlaubt dabei noch eine gewisse Anzahl an persönlichen Interpretationen. Auch die großen Wohnungen stehen dem nicht nach. Mit der Brücke zwischen Altbau und Zubau entsteht hier eine Diele, die sich durch ihre Breite für allerlei Tätigkeiten anbietet (Spiel, Büroarbeit, Hausarbeit, …) und die mit dem Durchbruch durch die alte Außenwand Licht ins Innere der Wohnungen bringt.

 

Ansicht Süd-Ost

Konzept zur Siedlungsverdichtung

Grundrisstypen

 

Geschichte Einrahmen, Ann-Kathrin Freude

Ansicht Nord-West