Ein Wachsendes Schulensemble in der Demokratischen Republik Kongo

Von Häusern…

Werden derzeit Schulen errichtet, erfolgt dies in der Projektregion immer im gleichen Stil – zwei Klassen, ein Lehrerzimmer und ein Lagerraum linear in einem Gebäude vereint. Das Dach nur so groß, dass es mit den Wänden abschließt; um die Schule herum kein Raum mit Mehrwert, keine Möglichkeit,dem Unterricht Spielraum zu geben oder die Gebäude mit anderen Nutzungen zu belegen. Zwar erfüllt eine derartige Bauanordnung ihren primären Zweck – jenen, einen Unterricht in vier Wänden zu ermöglichen. Würden die Gebäude jedoch einen Mehrwert für die gesamte Gemeinschaft darstellen, würden sie sich stärker in die Dorfstruktur integrieren.

Das vorherrschende Klima lässt zu, sich großteils im Freien aufzuhalten. Die Unterrichtszeit fällt auf die Sommermonate bzw. auf die gemäßigte Übergangszeit. Zusätzlich zum umbauten Raum, der Zuflucht vor Wind bietet und temperaturregulierend wirken kann, sind demnach Bewegungszonen mit Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und auch vor Regen notwendig.

Wichtig ist die Kleinteiligkeit und die Flexibilität des Entwurfs bezüglich der Nutzung. Es sollen offene Strukturen geschaffen werden und die Räume in ihrer Gesamtheit genauso wie als Einzelelemente betrachtet werden können. Die Räume sollen sich nach außen öffnen und

Ein Ensemble aus 3 Gebäuden bildet die Basis für den 1. Bauabschnitt der später ausgeführten 6-Klassen-Schule:  ein allein stehendes Klassenzimmer, eine weitere Klasse zusammen mit Lehrerzimmer und Lager und ein Pavillonbau der auch als Unterrichtsraum genutzt werden kann, aber auch als Versammlungsfläche oder Feierraum tauglich ist.  Geflochtene Spielnester situieren sich locker zwischen und neben den Gebäuden und bilden mit dem umliegenden Schulgarten eine Lernlandschaft. Durch Entkoppelung der Räume entsteht Potential für nutzbare, qualitative Zwischenräume. Die Gebäude bilden eine offene Hofsituation, welche Intimität schafft, ohne die Schule vom Dorf abzugrenzen.

… und Gärten

Neben der architektonischen Auseinandersetzung ergab sich im Zuge der Projektausarbeitung auch eine Beschäftigung mit grundsätzlichen Problemen abseits von räumlichen Notwendigkeiten. Vor allem die Ernährungssituation und damit verbundene gesundheitliche Folgen sind Punkte, die immer wieder zum Nachdenken angeregt und die Frage aufgeworfen haben, ob der Bau einer Schule genug ist oder das ist, was wirklich gebraucht wird.

Da schon früher Schulgärten eine Tradition in der Region hatten, diese allerdings leider verschwunden sind, ist es naheliegend einen solchen neben der Schule aufzubauen und die Pflege als Teil des Unterrichts zu installieren.

Elke Schmedler, Haus für HausElke Schmedler, Haus für Haus Elke Schmedler, Haus für Haus Elke Schmedler, Haus für Haus